Kolmanskop Kolmannskuppe – Duits MP4
An deinen Dünenabhängen liegst du still. Einst haben Diamanten deinen Ruhm im Sperrgebiet verkündet. Innerhalb von zwei Jahren erstehst du neu und erblühst — die zweite Stadt mit abendlicher Straßenbeleuchtung. Röntgengerät und Straßenbahn in diesem kargen Südland. Elegante dreigeschossige Gebäude: Eisfabrik, Bäckerei, Schule, Tanzsaal, Gymnasium, Krankenhaus, Kasino und Kegelbahn. Täglich wurde Eis geliefert — heute versinkt alles im angewehten Sand.
Kolmanskop — Wo Diamanten und Sand den Krieg gewinnen
D.J. Botes schrieb im Februar 2014 ein Stück Poesie, das wie Sandkörner in einem verlassenen Zimmer liegen bleibt — wehmütig, wahr und unauslöschlich. Kolmanskop ist Namibias geheimnisvollste Geisterstadt, und ihre Geschichte ist eine Geschichte von Ruhm, Überfluss und schließlicher Vergänglichkeit.
Kolmanskop ist eine Geisterstadt in der Namib, 10 Kilometer landeinwärts von der Hafenstadt Lüderitz. Sie ist nach einem Transportfahrer namens Johnny Coleman benannt, der während eines Sandsturms seinen Ochsenwagen auf einem kleinen Hügel gegenüber der Siedlung zurückließ. Der historische Funke war klein: Im Jahr 1908 fand ein Eisenbahnarbeiter, Zacharias Lewala, beim Arbeiten in der Gegend einen Diamanten und zeigte ihn seinem Vorgesetzten, dem deutschen Eisenbahninspekteur August Stauch. Lewala wurde für seine Entdeckung weder entschädigt noch anerkannt.
Innerhalb von zwei Jahren entstand eine außergewöhnliche Stadt in einem nie dagewesenen Tempo. Kolmanskop wurde rasch zur reichsten Stadt Afrikas — und zu einer der reichsten der Welt. Die Bewohner erbauten die Stadt im Architekturstil einer deutschen Stadt, mit Einrichtungen und Institutionen wie einem Krankenhaus, einem Tanzsaal, einem Kraftwerk, einer Schule, einer Kegelbahn, einem Theater, einem Gymnasium, einem Kasino, einer Eisfabrik sowie der ersten Röntgenstation auf der südlichen Hemisphäre und der ersten Straßenbahn Afrikas.
Botes verweist auch auf das Schwimmbadwasser, das „von Elizabethbay herangeschafft” wurde. Frischwasser wurde per Eisenbahn nach Kolmanskop transportiert, da die Stadt tief in der trockenen Namib lag, und ein Salzwasserschwimmbad war Teil der luxuriösen Infrastruktur. Die Röntgenmaschine des Krankenhauses wurde auch eingesetzt, um Bergleute zu kontrollieren, die möglicherweise Diamanten geschluckt hatten — eine dunkle Seite des scheinbaren Glanzes.
Zwischen 1908 und 1914 wurden in Kolmanskop etwa fünf Millionen Karat Diamanten abgebaut. Bis 1912 lieferte die Stadt mehr als 11 Prozent der gesamten Weltdiamantproduktion. Doch der Niedergang war unvermeidlich: In den frühen 1920er Jahren befand sich das Gebiet in einem ernsthaften Rückgang. Der Untergang der Stadt wurde durch die Entdeckung im Jahr 1928 der reichsten je bekannten diamantführenden Ablagerungen auf den Strandterrassen 270 Kilometer südlich von Kolmanskop nahe dem Oranje beschleunigt. Viele Bewohner strömten in den Süden und ließen ihre Häuser und Habseligkeiten zurück. Die Stadt wurde schließlich 1956 verlassen.
Im Jahr 1980, als Lüderitz einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, wurde das touristische Potenzial der Geisterstadt wiederentdeckt und einige Gebäude wurden aus dem Sand ausgegraben und für Besucher restauriert. Heute florieren Fotografen — wie Botes vorhergesagt hat — in den surrealistischen Szenen, wo die geologischen Kräfte der Wüste Touristen durch Häuser führen, die knietief im Sand liegen, während das trockene Klima die traditionelle edwardianische Architektur bewahrt.
Kolmanskop steht als ewige Lektion: Ruhm vergeht, aber Sand — und gute Verse — bleiben.
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